Bundesschau Skudden und Pommern 2025

Veranstaltet wurde die gut organisierte Schau durch den Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband, Zuchtverband Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe sowie der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände.

Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich

Das Gelände in Markkleeberg hat eine besondere Bedeutung für die Zucht, vor allem in der Historie der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Auf dem damaligen Messegelände fand jährlich seit Anfang der 1950iger Jahre die ARGRA statt, die große internationale Landwirtschaftsmesse mit Tierausstellung und Vergabe von Staats- bzw. Ehrenpreisen. Das Schaubild der DDR-Tierzucht hatte eine große Strahlkraft in die sozialistischen Bruderstaaten und sicherte der Agrarwirtschaft zahlreiche Exporte von guten Zuchttieren, teilweise auch in die BRD.
Gerichtet wurden die beiden Bundesschauen jeweils in den Klassen Böcke, ältere und jüngere Mutterschafe. Die jeweiligen Ia-Tiere und Siegertiere empfahlen sich für die nächste Wertungsrunde zur Auswahl der Champions.
Anke Mückenheim als Vorsitzende des Schafzuchtverbandes und die ehemalige sächsische Zuchtleiterin Dr. Regina Walther beurteilten und bewerteten die Skudden, welche in zahlreichen Farbvariationen vertreten waren. Das ursprünglich aus Ostpreußen und dem Baltikum stammende, behornte, zähe, kurzschwänzige, nordische Heideschaf wurde für NRW durch die Zuchtstätte Humpert, Marienmünster vertreten.
Mit ihren weiblichen Tieren konnte die Zuchtstätte einmal bei den weißen Skudden einen Ib-Rang in der Klasse erzielen (DE 01 05 111 23232 NW-HM). Die beiden Ragnar-Töchter wurden in einer grauen Gruppe Ib (DE 01 05 111 23273 NW-HM) und Ic (DE 01 05 110 70272 NW-HM) rangiert. Der schwarze Ragnar stammt ebenfalls aus der Zucht von den Eheleuten Humpert. Die Schau der Skudden war gut besucht und zeugte von einer hohen Qualität der Tiere im Bundesgebiet und einer guten genetischen Varianz, was für die Rasse wichtig ist.
Für die Rauhwoller stellten sich die Zuchtstätten Gerd Meyer, Bad Oeynhausen und die Thoms-Richterich-GbR, Ennigerloh der Konkurrenz. Nach dem schon 2022 gemeinsamen Erfolg in einer Verbandssammlung gegen die anderen RPL-Hochzuchten konnten wieder ansehnliche Erfolge und Preise nach NRW geholt werden. Gerichtet wurden die Pommern von Andreas Humpert (NRW) und Hardy Marienfeld (SH). Die Pommern sind eine unbehornte, langschwänzige Küstenrasse der Ostseeregion, die ihre Besonderheit in den verschiedenen Farbabstufungen der Wolle von stahlblau bis hellem grau sowie der Stapellänge hat. Die Richter haben sich die Rangierung nicht leicht gemacht, weswegen beide froh waren eine bequeme Bank für visierte Diskussion vorzufinden.

Die Eheleute Meyer stellte mit TASSO (DE 01 05 111 43638 NW-MO) den Reservesieger der Böcke, welcher auch bei der Auswahl zum Wollsieger teilnahm. Seine blau-graue Wolle wurde bereits anlässlich der Körung in Beverstedt herausgestellt, so ernannte ihn die Körkommission dort zum Siegerbock und Wollsieger. TASSO vertritt die Bocklinie 2 und stammt aus einer Linie 4 Mutter. Dieser gut entwickelte, rahmige Jährlingsbock überzeugte durch einen stabilen Stand, guter Tiefe und gerader Rückenlinie. TASSO musste sich jedoch PIET PASCAL (DE 01 12 104 90044 BB-J) geschlagen gegeben, welcher Siegerbock, Wollsieger der Böcke und später Rassechampion wurde, auch er vertritt die Bocklinie 2.

Bundesschau SKU und RPL 2025 - Züchter Gerd Meyer stellt TASSO (DE 01 05 111 43638 NW-MO) vor. Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025 - Züchter Gerd Meyer stellt TASSO (DE 01 05 111 43638 NW-MO) vor. Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025: Zuchtstätte Meyer stellte EMILIE vor, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025: Zuchtstätte Meyer stellte EMILIE vor, Foto Dr. Peter Richterich

Ebenfalls durch die Zuchtstätte Meyer ausgestellt wurde EMILIE (DE 01 05 111 76889 NW-TR). Ein gut liniertes, rahmiges, tiefes Mutterschaf, sie überzeugte die Richtergruppe durch ihr korrektes Fundament und formschöner Silhouette, was sie zur Bundessiegerin der älteren Schafe machte. Zusätzlich wurde die Wolle durch ihren qualitativen Stapel, einer guten Ausgeglichenheit und viel Glanz herausgestellt, dieses wurde mit dem Wollreservesieg der älteren Schafen gewürdigt. In der Gesamtwertung aller Klassen wurde EMILIE Reservechampionesse der Rasse.

YDA (DE 01 05 112 53099 NW-TR) aus der Zucht Thoms & Richterich GbR, vorgestellt von Holger Thoms-Richterich, Foto: Dr. Peter Richterich
YDA (DE 01 05 112 53099 NW-TR) aus der Zucht Thoms & Richterich GbR, vorgestellt von Holger Thoms-Richterich, Foto: Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
YDA (DE 01 05 112 53099 NW-TR) aus der Zucht Thoms & Richterich GbR, vorgestellt von Holger Thoms-Richterich, Foto: Dr. Peter Richterich
YDA (DE 01 05 112 53099 NW-TR) aus der Zucht Thoms & Richterich GbR, vorgestellt von Holger Thoms-Richterich, Foto: Dr. Peter Richterich

In der eigenen Klasse Ib rangiert wurde die Bundeswollchampion YDA (DE 01 05 112 53099 NW-TR) aus der Zucht Thoms & Richterich GbR, der man eine etwas harmonischere Rückenlinie wünschen würde. Sie setzte sich in ihrer Altersgruppe gegen sechs Schafe für den Bundeswollsieg durch und traf in der finalen Auswahl auf den Bundeswollsiegerbock und der Bundeswollsiegerin alt. Die Richterkommission lobte die Länge im Wollabwuchs, gekennzeichnet durch eine elastische Struktur und kraftvollen Stapel, die Einheitlichkeit der grauen Färbung, aber insbesondere dem lebhaften Glanz der Wolle. Dies führte zum übergreifenden Siegertitel in der Wolle.

Das erfolgreichste Mutterschaf der Veranstaltung war YRENE (DE 01 05 108 28418 NW-TR) aus der Zucht der Thoms-Richterich GbR. Sie war selbst Reservesiegerin der älteren Mutterschafe, hinter ihrer Tochter EMILIE, der späteren Rassevizechampionesse. Zusätzlich stellte sie mit YDA die Wollsiegerin der Rasse. Eine fantastische Vererbungsleistung. YRENE vertritt die Bocklinie 7 und war 2022 in Alsfeld auf der Bundesschau selbst Bundeswollsiegerin. Ein Blick in die Abstammung verrät so einiges. Ihr Vater Aang, auch in der Thoms-Richterich-GbR gezogen, verbindet den Bundessieger der Grünen Woche Hugo und auf der Mutterseite den Bundessieger, Bundeschampion und Wollchampion Mister-X. In ihrer mütterlichen Familie kommt die Erfolgszucht von Gunda Jung zu tragen, die auf der aktuellen Schau den Rassechampionen und Wollreservechampion sowie die Bundessiegersammlung stellte. Deswegen sollte man die Muttergrundlage in der Zucht nicht unbeachtet lassen!

Eine Auswertung von Thomas Gerken (NDS) zeigt das durch die 17 vorgestellten Böcke sechs Bocklinien [1 (1x), 2 (5x), 4 (6x), 5 (2x), 6 (2x), S (1x)] in unterschiedlicher Stärke vertreten waren. Hier muss weiterhin auf eine breite genetische Basis geachtet werden. Aber die Züchter in Deutschland sind mit der genetischen Varianz auf einem guten Weg. Auch hierfür war die Bundesschau geeignet einen genetischen Austausch zu ermöglichen. Zwei wertvolle Böcke wurden erworben. Darunter der blau-graue Ia rangierte Alt-Bock INGO (DE 01 05 110 08585 NW-HB), der auch an der Auswahl zum Wollsieger qualifiziert war und die Bocklinien 2 und 3 vertritt. Ausgestellt wurde INGO durch Familie Gerken (NDS) und wechselte in die Thoms-Richterich-GbR. Ein grau-blauer, noch jugendlicher Bock mit guter Linienführung ging in die Zuchtstätte Meyer. Der aus Linie 4 doppelt aufgebaute Bock CAIUS (DE 01 13 004 38697 MV-GG ) war Reservesieger seiner Körung, er wurde von Grit Gritzka (MV) vorgestellt und in Leipzig Ic rangiert.

Die Veranstaltung wurde vom Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) und seiner Delegation besucht, der sich sehr interessiert und intensiv für die Sache begeisterte. Dem Land Sachsen gebührt hier auch ein besonderes Dankeschön und Anerkennung für die großzügige Unterstützung in Sachen Schaf- und Tierzucht!

Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
Bundesschau SKU und RPL 2025, Foto Dr. Peter Richterich
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