Raus aus der Wolle

Wollschafe müssen üblicherweise einmal jährlich geschoren werden.

Wolle hat hervorragende Eigenschaften – sie wärmt, schützt vor Nässe und Wind und isoliert gleichermaßen gegen Sonneneinstrahlung und Hitze. Unsere Schafe sind mit dieser Wolle bestens vor widrigem Wetter geschützt.

Damit die Wolle diese Eigenschaften erhält und nicht am Schaf verfilzt oder zu lang wird, muss jedes Wollschaf mindestens ein Mal im Jahr geschoren werden.

Foto: Coburger Fuchsschafe im Stall (© Markus Barkhausen)
geschorene Coburger Fuchsschafe im Stall (© Markus Barkhausen)

Der Zeitpunkt der Schur ist je Betrieb unterschiedlich. Im größeren Betrieben mit Winteraufstallung und früher Lammung wird oft zur Aufstallung geschoren. Die Mutterschafe sind dann sauber im Stall und zur Ablammung und haben schon wieder ein ausreichendes Wollvlies wenn sie im zeitigen Frühjahr mit den Lämmern auf die Wiese gehen. In kleineren Betrieben oder Betrieben mit späterer Lammung wird oft im späteren Frühjahr ca. im Mai geschoren. Je nach Standort, Rasse und Haltungsform gibt es verschiedene Zwischenformen und zahlreiche Varianten. Einige Rassen müssen sogar zwei Mal im Jahr geschoren werden – wie die Walliser Schwarznasenschafe.

Zur Schur wird das Schaf entweder auf den Boden oder auf eine Bank gesetzt. Dies ist für das Schaf nicht schlimm, solange der Schafhalter ruhig vorgeht und die richtige Technik anwendet, geraten die Schafe dabei auch nicht in Angst. Sitzt das Schaf richtig, hält es still, sodass weder Mensch noch Tier durch Messer und Scheren verletzt werden. Vorteilhaft am Hinsetzen ist, dass man alleine arbeiten kann und nicht unbedingt auf einen Helfer angewiesen ist. Manche Schafhalter scheren auch im Stehen mit einem Helfer oder liegend. 

Grundsätzlich kann elektrisch oder mit einer Handschere geschoren werden. 

Wer die Technik einmal erlernt hat, das passende Material gefunden hat und einen guten Umgang mit seinen Schafen pflegt, kann seine Schafe mit Ruhe und Geduld selber scheren. 

Foto: weiße gehörnte Heidschnucke bei der Schur (© Ortrun Humpert)
Foto: weiße gehörnte Heidschnucke bei der Schur (© Ortrun Humpert)
Foto: Schafschur liegend mit Handschere (Demonstration auf Schäfer- und Schafschurfest) (© Christoph Dorr)
Schafschur liegend mit Handschere (Demonstration auf Schäfer- und Schafschurfest) (© Christoph Dorr)
Foto: Wolle nach einem Schafschurlehrgang auf Haus Düsse (© Markus Barkhausen)
Wolle nach einem Schafschurlehrgang auf Haus Düsse (© Markus Barkhausen)
Foto: Schafschur stehend bei Gehörnter Heidschnucke (© Christoph Dorr)
Schafschur stehend bei Gehörnter Heidschnucke (© Christoph Dorr)
Foto: Schafschur (© Ortrun Humpert)
Foto: Schafschur (© Ortrun Humpert)
Foto: Schermaschine mit Kamm für haarige Mischwollen (© Ortrun Humpert)
Foto: Schermaschine mit Kamm für haarige Mischwollen (© Ortrun Humpert)

Ein Schafhalter sollte immer ein guter Allrounder sein und in der Lage sein, alle Arbeiten rund ums Schaf auch selbst zu erledigen. Zwar gibt es Dienstleister für Klauenpflege und Schur, jedoch lohnt sich für diese eine Anfahrt meist erst bei größeren Beständen, sodass auch Hobbyhalter die Technik zur Schur erlernen sollten.
Ein Lehrgang zur Schafschur für Einsteiger findet jährlich im Mai statt. Informationen finden Sie unter Fortbildung.

Beitragsfoto:
Hütehund inmitten eines geschorenen Vlieses (© Christoph Dorr)