NRW Schaftage 2026
Am 3. Wochenende im August nutzten etwa 1.500 Besucher die Gelegenheit zum Treffen, Schauen, Kaufen, Informieren, und Fachsimpeln. Eigentlich sollte die Veranstaltung in Krefeld stattfinden, wurde jedoch im Vorfeld aufgrund gestiegener Kosten vom Niederrhein in die Soester Börde verlegt. Nach Schätzung waren trotz großer Hitze ca. 1.500 Fachbesucher vor Ort. Markus Barkhausen, Mitarbeiter der Schafzüchtervereinigung NRW, fasst für Sie zusammen.
Kören und Bewerten von Zuchtschafen bester Qualität
Die Kör- und Absatzveranstaltungen als tragende Säule der NRW Schaftage locken immer wieder auch Besucher aus dem angrenzenden europäischen Ausland an. Drei Zuchtschafe wurden direkt nach Österreich exportiert. Eines über einen Zwischenstopp im Münsterland in die Niederlande.
Die Körung der maedi-unverdächtigen Rassen Dorper, Ostfriesisches Milchschaf und Texel erfolgte bereits am Freitagnachmittag in der luftigen Ackerbauhalle. Anschließend fand der Züchterabend mit etwa 100 Schafinteressierten statt. Wegen der Wärme reisten nach kurzer Abstimmung mit dem zuständigen Veterinäramt Soest die meisten der aufgetriebenen Zuchtschafe bereits am frühen Vormittag an. Schafe und Züchter gönnten sich eine Pause um die Mittagszeit.
Tag 1: Maedifreie Zuchttiere bester Qualität – Zucht Brüggemann aus Ahlen brilliert
Ostfriesische Milchschafe: Nicolai Schäfer aus Hückeswagen stellte einen ansprechenden und rahmigen Lammbock vor. Zuchtschafe der Rassen Dorper und Texel standen bundesweit im Wettbewerb. Die Preisrichter Dr. Hauke Peters (Tating), sowie Jörg Reyer (Nordleda) und Andreas Humpert (Marienmünster) rangierten und kommentierten die drei Wirtschaftsrassen am Samstag.
Dorperschafe: Frank Drössler aus Bad Arolsen war der einzige Aussteller von vier ansprechenden Mutterlämmern der Rasse Dorper. Die Zuchtstätte Salau aus Seesen war mit einem Altbock und zwei Jährlingsböcken zur Düsse gereist. Einer der beiden Jährlingsböcke wurde zum Siegerbock erklärt. Timo Döbbelt-Lepping freute sich über den Reservesieger, einen selbstgezogenen Lammbock. Den Fleischsieger der Rasse stellte zum zweiten Mal in Folge Familie Jung „Dorperschafe Westerwald“. Newcomer Bernd Ehrenberg aus dem Seegebiet Mansfelder Land erzielte mit 4 zugekauften Böcken aus der Zucht Harig in Schirgiswalde mit einem 1c-Preis seine beste Platzierung. Insgesamt wurden 14 Dorperschafe aus 4 Zuchten vor Ort präsentiert.
Texelschafe: Stückzahlmäßig am stärksten vertreten war jedoch die Rasse Texel. Hier wurden neben 14 schicken Mutterlämmern auch ein Altbock und 34 Lammböcke aus neun Zuchten aufgetrieben. Die Preisrichter rangierten die weiblichen Zuchtschafe der Rasse in drei Altersklassen. Neben den Ausstellern Hoffmann, van den Berg und Dichter freuten sich die Zuchten Brüggemann, Johlen und Jacobsen hier je über eine Klassensiegerin. Die drei besten weiblichen wurden in der nächsten Prämierungsrunde noch einmal untereinander verglichen. Hier konnte sich das Lamm aus der Zucht Brüggemann durchsetzen und wurde zur Siegerin und zusätzlich vom Verein Texelschafe Deutschland zum „Topmodel“ erklärt. Das Reservesiegerlamm stellte die Zucht Johlen aus Altenbeken.
Die Lammböcke der Rasse Texel rangierten die Preisrichter in 6 Altersklassen. Alexander Tillmann aus Much und Ines Zahn aus Heusweiler im Saarland stellten die beiden jüngsten Klassensieger. Reinhard Jacobsen aus Volkensen und Thomas van den Berg aus Vreden, zwei weitere Klassensieger. Die erstplatzierten in den älteren Altersklassen stellten Andreas Johlen aus Altenbeken und Bernd Brüggemann aus Ahlen. Beide letztgenannten wurden in der zweiten Prämierungsrunde zum Sieger (Brüggemann) bzw. Reservesieger (Johlen) der Rasse Texel erklärt.
Friedrich Voß aus Bad Bodenteich konnte seinen Lammbock an vierter Stelle platzieren. Nicolai Schäfer aus Hückeswagen erreichte einen dritten Platz. Gebhard Hoffmann aus Heilberscheid schaffte im Einzelwettbewerb mit einem zweiten Platz sein bestes Ergebnis. Er konnte jedoch im Sammlungswettbewerb „drei Söhne eines Vaters“ mit drei ausgeglichenen Nachkommen des Bockes „Cäsar“ gezogen von Dr. Hauke Peters vier weitere Sammlungen hinter sich lassen und der Wettbewerb klar für sich entscheiden.
Erfolgreichster Züchter des Tages war jedoch Bernd Brüggemann aus Ahlen, der neben dem Topmodel zusätzlich den Fleischsieger der Rasse, den Siegerbock der Rasse und letztendlich im rasseübergreifenden Wettbewerb mit einem quelligen und korrekten Lammbock den Bundessieger am Tag der Maedi-freien Veranstaltung stellte.
Nachfolgend ist eine Tabelle der Ia-prämierten Zuchtschafe, sowie der Sieger und Reservesieger angefügt:
Sieger, Reservesieger und Ia-prämierte Zuchtschafe der Kör- und Absatzveranstaltungen Haus Düsse 2026 | ||
Erster Tag – Samstag, 15. August | ||
Rasse, Klasse | Kat.-Nr. | Züchter/Aussteller (Verband, wenn nicht NRW) |
Ostfriesisches Milchschaf, LB | 1 | Nicolai Schäfer, Hückeswagen |
Dorper, ML | 2 | Frank Drössler, Bad Arolsen, (Hessen) |
Dorper, AB | 6 & S | Petra Salau, Seesen (Niedersachen) |
Dorper, JB | 11 | Petra Salau, Seesen (Niedersachen) |
Dorper, LB | 14 & RS | Timo Döbbelt-Lepping, Stadtlohn |
Texel, ML | 17 & S | Bernd Brüggemann, Ahlen |
23 & RS | Andreas Johlen, Altenbeken | |
28 | Reinhard Jacobsen, Volkensen (Stade) | |
Texel, LB | 32 & BS | Bernd Brüggemann, Ahlen |
42 & RS | Andreas Johlen, Altenbeken | |
46 | Thomas van den Berg, Vreden | |
53 | Reinhard Jacobsen, Volkensen (Stade) | |
59 | Alexander Tillmann, Much | |
64 | Ines Zahn, Heusweiler (Rheinland-Pfalz) | |
S = Sieger, RS = Reservesieger, BS = Bundessieger, FS = Fleischsieger ML = Mutterlamm, JL = weiblicher Jährling, LB = Lammbock, JB = Jährlingsbock, AB = Altbock | ||
Verkauf über Auktionen – 58 von 64 Zuchtschafen gut verkauft – Markt zu mehr als 90 % geräumt
Am ersten Tag konnte Auktionator Hubert Fischer aus Gummersbach 58 von 64 vorgestellten Zuchtschafen an den Mann bringen. Lediglich der Zuchtbock der Rasse Ostfriesisches Milchschaf, zwei Dorperschafe und drei Texelböcke gingen zurück in die Zuchtbetriebe. Das Preisniveau aus 2025 konnte nicht gehalten werden und so freuten sich die Käufer über vergleichsweise günstige Zuchtschafe. Dennoch: 8 Zuchtschafe wurden für 1.000 oder mehr Euro abgesetzt.
Bei den Dorperschafen wurden 12 von 14 Zuchtschafen verkauft. Mutterlämmer waren gegenüber dem Vorjahr für etwa 180 Euro günstiger zu ersteigern, Jährlingsböcke sogar im Schnitt 375 Euro günstiger. Lammböcke kosteten im Durchschnitt knapp 200 Euro mehr als in 2025. Teuerster Bock wurde hier wie schon im Vorjahr der Fleischsieger aus der Zuchtstätte Jung. Ein Käufer aus Sachsen-Anhalt erhielt bei 1.200 Euro den Zuschlag.
Bei den Texelschafen waren mit 49 Schafen genauso viele Zuchtschafe im Angebot wie schon in 2025. Mit 46 verkauften Tieren wurden lediglich 2 weniger verkauft. Alle 14 angebotenen Mutterlämmer und ein Altbock wechselten den Besitzer. Auch die Lammböcke waren von bester Qualität. Mit 31 von 34 angebotenen wurde der Markt so gut wie geräumt. Im Schnitt investierten die Käufer 690 Euro in die leistungsgeprüfte Qualität am etablierten Marktplatz. Lammböcke waren somit 185 Euro günstiger zu erwerben als im Spitzenjahr 2025. Bei 5 Böcken ertönte das Glöckchen, da sie 1.000 Marke überschritten. Mit 1.700 Euro wurde der teuerste Bock in die Eifel nahe der belgischen Grenze verkauft. Ein paar Schnapper für waren auch dabei.
Für den Zuchtbock der Rasse Ostfriesisches Milchschaf waren leider keine Kaufinteressenten vor Ort.